Autor: Michael Ehlers
Letzte Aktualisierung: 23.02.2012
Social-Media-Revolution - Teil 13: Durch den Blog zum Spezialisten
Blogs für Unternehmen sind viel mehr als ein zusätzlicher Werbekanal. Sie bieten die Möglichkeit, persönlicher zu werden und sich als Experte zu positionieren.
Wurden Blogs bisher verschlafen? Sind sie überholt? Was bringen sie heute noch? Dass Blogs als altes Eisen des Social Web bezeichnet werden, sagt doch nur aus, dass sie etabliert sind. Blogs haben die Euphoriephase hinter sich gebracht und können jetzt effektiv genutzt werden. Sie sind neben Twitter und Facebook das beliebteste Werkzeug der Kommunikation im Social Web.
Was ist ein Blog?
Blogs können zunächst als eine Art Nachrichtenseite gesehen werden. Der große Unterschied zu bekannten Newsplattformen ist jedoch die Authentizität. Hinter jedem Blog lassen sich der oder die Autoren erkennen, nicht nur eine einfache Seite. So geht es nicht primär um die Information, die mit einem Beitrag transportiert wird, sondern um die persönliche Ansprache der Leser. Diese können auf die Beiträge durch Kommentare reagieren und so über die vertretenen Meinungen diskutieren, Fragen zu Sachthemen stellen oder schlicht in eine Kommunikationsbeziehung mit dem Autor eintreten.
„Formal definieren sich Weblogs als relativ regelmäßig aktualisierte Webseiten, auf denen Beiträge rückwärts chronologisch angeordnet und in der Regel separat kommentierbar sind“ (Schmidt 2008). Sie kombinieren die bekannten Formate der Website und des Diskussionsforums miteinander, ergänzen sie um Schlagwörter und lassen die Nutzung durch ein integriertes System sehr einfach werden. Es gibt verschiedene Blogformen für Unternehmen, z.B. Produkt-, Service-, CEO-, Customer-Relationship- oder auch Krisen-Blogs.
Was bringt mir ein Blog? (Chancen und Risiken)
Ein Blog ist nicht nur ein weiterer Kanal, in den die gleichen Werbebotschaften gefeuert werden. Ein guter Blog ist aktuell, zeichnet sich durch qualitativ hochwertige Artikel, Authentizität und eine wachsende Akzeptanz der Leser aus. Leser sind dabei neben Kunden auch Kollegen, denen Sie hier Ihre Kompetenz zeigen können und so zu einem attraktiven Anbieter und Kooperationspartner werden.
Jeder Onlinekommunikation wohnt Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement inne. Ein Blog bietet die Chance, intensiver an Themen heranzugehen, als es in sozialen Netzwerken oder auf Twitter möglich ist. Es gibt keine Beschränkungen, was die Länge von Texten oder die Integration von Bildern, Videos oder anderen Formaten und Diensten angeht, jedoch sollten keine Romane geschrieben werden. Denn es kommt nicht nur auf die Inhalte an, sondern auch auf deren Präsentation und Ausdruck. Mit jedem Beitrag besteht zudem die Möglichkeit des Dialogs mit den Lesern und über den ganzen Blog gesehen der Personalisierung des Unternehmens. Es wird nicht mehr als eine undurchdringliche Wand gesehen, vielmehr stehen jetzt die Menschen im Mittelpunkt. Vertrauen und Sympathie entstehen genau auf diesem Weg.
Ein erfolgreicher Blog zieht zudem Links auf sich, die die Reputation Ihres Unternehmens weiter steigern können. Bedeutung in der eigenen Branche kann so durch Offenheit und Dialogbereitschaft sowie Zufriedenheit und Vertrauen schnell aufgebaut werden. Empfehlungen in anderen Kanälen werden bald folgen. Nach Jan Schmidt werden Blogs als authentische Alternative zur manipulativ empfundenen Kommunikation klassischer Medien empfunden. Sie können so, ohne Umwege, durch direkte Information und Kommunikation zum Spezialisten auf Ihrem Gebiet werden.
Sollten Sie den Anschein erwecken, Ihre treuen Leser mit Werbung und Kaufangeboten verführen zu wollen, werden Sie schnell die Schattenseite der Blogosphäre entdecken. Ein guter Ruf ist schnell ruiniert und nur schwer zu reparieren, Fehler entwickeln eine unkontrollierbare Eigendynamik. Ihre Leser werden kritisch sein und unangenehme Fragen stellen, jedoch auch für Sie sprechen. Hierfür müssen Sie jedoch regelmäßig schreiben, die Nachfrage bedienen. Ihre Autoren, selbst Sie, können dabei an den Punkt gelangen, an dem unklar ist, was für die Öffentlichkeit bestimmt ist und was lieber im Unternehmen verbleiben sollte. Soviel Pluspunkte Authentizität bringt, so schwierig ist die nötige Transparenz zu handhaben.
Die Entscheidung, einen Blog zu starten, will also gut überlegt sein. Die Chancen der direkten und persönlichen Kommunikation, des Dialogs mit Ihren Stakeholdern, von Beziehungen und des Imagegewinns stehen den genannten Risiken gegenüber. Werden sie genutzt, stellt ein Blog einen absoluten Mehrwert für Sie und Ihr Unternehmen dar.
Was muss ich mitbringen?
Die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Blog sind Ihre Botschaft, gelebtes Engagement und Zeit. Ihre Botschaft stellt den Kern des Blogs dar, ohne gute Inhalte werden Sie nur wenige Leser haben und diese vermutlich bald verlieren. Neben den Lesern werden Sie so vermutlich auch die Motivation verlieren, den Blog weiter zu betreiben. Damit Ihre Inhalte jedoch auch aufgenommen werden, brauchen Sie Zeit und Engagement. Einerseits um regelmäßig zu schreiben, andererseits um Ihre Beiträge gründlich zu recherchieren und so Ihre Reputation zu erhöhen. Sollten Sie nicht persönlich schreiben, brauchen Sie Autoren, dies sind meist Ihre Mitarbeiter. Auch diesen sollten Sie die Zeit und Freiheit zugestehen, dem Blog durch Qualität und Persönlichkeit zu Ansehen zu verhelfen.
Sie sollten sich darüber hinaus um ein ansprechend gestaltetes Design bemühen. Hierzu gehört neben dem eigentlichen Layout auch die Verknüpfung mit anderen Diensten, die Sie bedienen, Informationen zu den Autoren, zum Unternehmen und eine intuitive Navigation und Suchfunktion. Ihre Beiträge sind nicht nach ein paar Stunden oder Tagen vergessen. Wenn sie gut geschrieben sind und der Inhalt gut recherchiert ist, können sie auch noch in Zukunft relevant werden. Sie bauen sich so mit der Zeit eine Wissensbasis für Ihre Zielgruppe auf.
Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb eines Blogs sind sehr gering. Es kommt auf die richtige Nutzung an. Diese muss geübt werden, man muss aus Fehlern lernen und Konstanz zeigen. Für den Anfang empfiehlt es sich, andere Blogs zu verfolgen und Fragen an Experten zu stellen, um so typische Fehler vermeiden zu können und durch neue Ideen erfolgreich durchstarten zu können.
Wie nutzt man einen Blog?
Neben den anderen Social-Media-Kanälen kann der Blog eine besondere Stellung einnehmen. Dadurch dass er nicht als Dienst eines Anbieters läuft, können Sie ihn komplett selbst gestalten. Als interaktive Schaltzentrale für alle Ihre anderen Kanäle können Sie den Blog als Landing-Page Ihrer Onlineaktivitäten machen. Durch die gegenseitige Verlinkung steigt Ihr SEO-Wert nebenbei auch noch an.
Damit nicht nur technisch alles stimmt, müssen Inhalte den Blog füllen. Gute Beiträge enthalten einen Anreiz für die Leser, aktiv zu werden, sowie Links und Antworten auf offene Fragen. Stellen Sie Neuigkeiten vor, gewähren Sie Blicke hinter die Kulissen und stellen Sie Ihr Team vor. Nutzen Sie auch die Möglichkeit von Gastbeiträgen, sowohl auf Ihrem Blog als auch durch Sie auf anderen Blogs. So steigern Sie die Bekanntheit Ihres Unternehmens noch weiter. Mit jedem Link auf Ihre Quellen und zu weiteren nützlichen Informationen steigern Sie den Wert des Blogs, dieser lebt durch diese Verbindungen auf und Ihr Unternehmen wird dadurch gewinnen.
Experte: Herr Michael Ehlers
Michael Ehlers ist Kommunikationsexperte für Rhetorik & Internet-Rhetorik. Der erfahrene Trainer & Speaker schult sowohl Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Politiker und Verkaufsprofis in Kommunikationstechniken und Marketing. In seinem Bamberger Institut arbeiten professionelle Teams in den Abteilungen: Marketing, PR & Lobbying, sowie dem Hörbuch und Podcast Verlag. Der gut gebuchte Speaker ist Professional Member der GSA und Expert Member im Club 55 (European Community of Experts in Marketing & Sales).
E-Mail: rhetoriktrainer@me.com
Internet: http://www.michael-ehlers.de




